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Donnerstag
21. April 2005
Endlich ist es soweit, unser Internetanschluss funktioniert! Uli musste
sich in Galle eine neue Nummer geben lassen. Hier dauert alles etwas
länger als wir uns gewöhnt sind. Nach einer langen und beschwerlichen
Reise sind wir am 19. April gut in Colombo gelandet. Unsere Gastgeber
holten uns am Flughafen ab. Nach vier Stunden Autofahrt (für 130 km)
über holperige Strassen mit unglaublich viel Verkehr erreichten wir
unser Ziel in Hikkaduwa. Vor allem im Einzugsgebiet von Hikkaduwa
bestehen grosse
Schäden
des Tsunami. Kilometerweit ist alles verwüstet. Ganze
Zeltdörfer sind aufgebaut und auch bewohnt. Es sieht schrecklich
aus. Auf der Strasse werden wir von den meisten Leuten herzlich gegrüsst.
Viele von ihnen versuchen mit uns ins Gespräch zu kommen. Sie alle
erzählen uns von den Schrecken des Tsunami. Alle sind sie persönlich
betroffen oder kennen welche, die ihr Leben oder ihr Hab und Gut
verloren haben. Alle wünschen/benötigen sich finanzielle oder materielle
Unterstützung. Es wird erzählt, dass in der Umgebung von Hikkaduwa bis
zu 5000 Menschen ihr Leben verloren haben. Ca. 3000 davon aus Hikkaduwa
und Umgebung, und ca. 2000 befanden sich im
verunfallten
Zug vor Hikkaduwa. Zur Zeit sind wir am Abklären, wie und wo wir
unsere Eure / Mittel und Hilfe verwenden werden. Unsere Gastgeber
Dayrathne und Lalani werden uns dabei unterstützen. Sie kennen die
Situation und die Not der Bevölkerung bestens.
Uns beiden geht es gut. Im Moment ist hier Regenzeit, es ist heiss und die
Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Die Mücken und Fliegen sind eine Plage. Über
unsere persönliche Sicherheit braucht sich niemand zu sorgen, wir
geniessen das Privileg eines
Nachtwächters. Er bewacht unseren Schlaf, damit wir von niemand
gestört werden.
Freitag 22. April 2005
Heute bin ich bereits um 7.30 Uhr aufgestanden. Es war wunderschön, im
Garten
zu sitzen und den Geräuschen aus dem Busch zuzuhören. Verschiedene Vögel
singen, Grillen zirpen und Affen schreien. Die Temperatur ist sehr
angenehm.
Gestern Abend besuchte uns ein Nachbar. Als Geschenk brachte er einen
Bund kleiner Bananen. Sie sind herrlich. Früher arbeitete er für den
Staat bei der Bahn. In Sri Lanka wird man bereits mit 55 Jahren
pensioniert. Er erhält jedoch nur 5000 Rupien Pension im Monat. Das sind
ca. 60.- Fr.
Weil Vollmond ist, ist heute ein Feiertag! Bei den Buddhisten wird bei
Vollmond immer die Geburt, die Erleuchtung und der Tod des Buddha
gefeiert.
17°° Uhr. Gestern dachte ich, dass der Höhepunkt der Wärme erreicht ist.
Dem war nicht so! Heute ist sogar mir der Schweiss in kleinen Bächen den
Rücken hinuntergelaufen. Uli war klitschnass. Zur Zeit naht ein Gewitter
mit gewaltigem Donner.
Um 10°° Uhr morgens sind wir mit dem
Tuktuk
losgefahren und haben uns die Schäden nahe der Küste in der Umgebung von
Hikkaduwa angesehen. Das Ausmass der Schäden ist gewaltig. Ganze Dörfer
sind dem Erdboden gleichgemacht. Auf den
Fundamenten stehen kleine Zelte, Hilfsorganisationen und Touristen
auf privater Basis haben
Holzhäuschen
in der Grösse von ca. 5 auf 3 Meter und ganze Zeltdörfer aufgestellt.
Die Menschen an diesen Orten werden noch vom roten Kreuz betreut. Sie
warten geduldig in einer
langen
Reihe auf Essen und medizinische Versorgung.
Die Menschen beklagen sich, dass der Staat nicht mehr finanzielle Hilfe
zur Verfügung stellt. Sie sagen, dass alles was sie an Unterstützung
erhalten vom Ausland kommt.
Dayrathne erzählt uns von einem Dorf mit ca. 1800 Einwohnern. Davon
haben etwa 55 die Flutwelle überlebt. Immer wieder erzählen uns die
Menschen wie das Wasser innerhalb kürzester Zeit ihre Existenz zunichte
machte. In Geschäften und auf der Strasse werden wir oft um Hilfe
angefragt und gebeten. Der eine benötigt ein neues Auto, der andere die
Renovierung seines Geschäftes um wieder eine Existenz aufzubauen.
In Sri Lanka gibt es keine Versicherungen und keine Kredite. Alles was
in den
Geschäften zum Verkauf angeboten wird muss vom Geschäftsinhaber beim
Einkauf bar bezahlt werden. Die meisten Geschäftslokale sind gemietet.
Die Vermieter weigern sich jedoch, etwa an die Reparatur der Tsunami-
Schäden zu bezahlen. So haben die Mieter nicht nur ihre ganze Existenz
verloren, sie müssen auch noch die gemieteten Geschäfte selbst wieder
aufbauen und bezahlen.
Samstag 23. April 2005
heute morgen haben sich Uli mit Dayrathne mit dem Motorrad auf den Weg
zu einem Bekannten von Dayrathne gemacht. Er wohnt im
Überschwemmungsgebiet. Von der Katastrophe blieb er verschont, in seiner
Umgebung sind jedoch viele Familien die alles verloren und Unterstützung
benötigen. Die ersten zwei Familien die sie besuchten, bewohnen seit
Jahren ein
Lehmhaus
in ärmlichen Verhältnissen, wurden vom Tsunami jedoch nicht betroffen.
Der dritten Familie hat die Flutwelle bis zum Fundament alles
weggeschwemmt. Sie wohnen zur Zeit mit ihren zwei Kindern unter einem
Blechdach, das von Holländern auf dem Fundament errichtet wurde.
Jeder kann sich vorstellen wie heiss es unter einem Blechdach bei 30 bis
40 Grad werden kann. Drei andere Familien haben mit dem Aufbau ihrer
zerstörten Häuser wieder begonnen. Die einen benötigen noch
finanzielle Unterstützung für das Hausdach, die andern für Zement,
Steine, Türen und Fenster. Da wir die Hilfe auf Tsunami Opfer
beschränken, haben wir beschlossen der Familie mit dem Blechdach und den
andern drei Familien zu helfen.(
Bild 1 ,
Bild 2,
Bild 3)
Morgen werden wir alles in die Wege leiten, dann kann am Montag mit der
Arbeit begonnen werden.
Sonntag 24. April 2005
Um 10 Uhr sind wir im Tuktuk mit Dayrathne und Lalani zu Priante
gefahren. Er wohnt mit
seiner
Familie
in Kallupe einem Vorort von Hikkaduwa. Er wird die Bauarbeiten
koordinieren, alle Abrechnungen schriftlich festhalten und die
Bauarbeiten gemeinsam mit uns überwachen. Zu fünft machten wir uns auf
den Weg.
Zuerst besuchten wir die Familie die unter dem
Blechdach wohnt. Sie besitzen seit dem Tsunami gar nichts mehr und
benötigen dringen Hilfe. Ihnen werden wir helfen ein neues Haus zu
bauen. Es wird in der Grösse von ca. 6 m auf 7.5m sein und aus zwei
Schlafräumen und einem Wohnraum bestehen. Die Küche werden sie unter dem
Blechdach einrichten, die Toilette wird neben dem Haus gebaut.
Eigentlich benötigen sie noch einige Möbel und Kochutensilien. Es ist
immer wieder erstaunlich. Auch wenn die Menschen so armselig wohnen,
machen sie einen
saubern
Eindruck.
Bei der zweiten Familie stehen noch
einige Mauern des Hauses. Wegen Rissen müssen sie jedoch teilweise
auch erneuert werden.
Bei der dritten Familie bestehen bereits alle Wände des neuen Hauses.
Sie erhalten Unterstützung von uns/Euch für das
Hausdach, einen Zementboden im Wohnbereich zwei Eingangstüren und
ein Fenster. Die übrigen Fenster können sie zu einem spätern Zeitpunkt
auf eigene Kosten machen. Die Familie hat 8 Kinder. Sie wohnen im Moment
in einem kleinen
Lehmhaus, das etwa die Grösse unseres Schweizer Schlafzimmers hat.
Als der Tsunami kam rettete sich die ganze in ein wackelig aussehendes
Baumhaus. Sie besitzen noch einige Kleider, ein paar Kochtöpfe und
Teller und fünf Gartenstühle die sie uns zum sitzen anboten. Einer der
Jungs ist in Windeseile auf eine
Palme geklettert und hat
für uns frische Kokosnüsse heruntergeholt.
Es wären noch viele die nach Unterstützung nachfragen. Wir haben uns für
den Zeitpunkt für die drei erwähnten Familien entschieden. Alle Arbeiter
und Baumaterialien wurden heute schon von Dayrathne und Priante
organisiert. Morgen früh müssen wir um 6 Uhr 30 auf der Baustelle sein
damit die Arbeiten auf genommen werden können.
Montag 25.April 2005
Heute war bei uns Tagwache um halb sechs Uhr, denn um halb sieben
mussten wir bereits zum Baustart des neuen Hauses anwesend sein.
Pünktlich auf die Minute genau um sechs Uhr dreissig schlug Uli den
ersten
Holzstab fürs Baugespann
ein. Dabei musste in Richtung Norden sehen, weg von der Sonne damit
diese nicht zuviel Kraft auf das Haus ausübt. Das Land für das neue Haus
war eine Spende von
Priante's Mutter.
Nachdem das Baugespann (Kokosnussfaser Schnüre) fertig war, wurde Uli
gebeten den ersten
Spatenstich in der
Mitte des Hauses mit Blickrichtung Sonne genau um 7 Uhr 05
durchzuführen. Die übrigen Grabungen für das Fundament wurden von den
Nachbarn des neuen Hausbesitzers durchgeführt. Sie arbeiten heute für
ihren Nachbar gratis. Danach wurden uns, zuerst Uli danach mir
Bittelnuss Blätter von Hausherrn überreicht, der sich danach mit einer
Dankesgeste vor uns verneigte, danach verneigte sich auch seine Frau vor
uns, die kleine Tochter kniete auf den Boden und berührte unsere Füsse.
Diese Gesten werden auch Eltern für Respekt und Dankbarkeit gebracht.
Danach wurde in ein speziell angefertigten Stein
verschiedene Gewürze,
Sand, Glücksbringer, Blumen und Goldstaub hineingelegt und das Gefäss
mit
Reis aufgefüllt. Der
gefüllte Stein wurde auf einen Tisch neben der Baustelle gestellt dazu
kam noch eine Öllampe.
Anschliessend wurden an eine abgeschnittene Astgabel eines
Brotfruchtbaumes Kokosnuss Blumen, Reis, verschiedene Gewürze und zwei
Kokosnüsse gebunden. Der Brotfruchtbaum der Milchhaltig ist soll die
Bewohner immer mit genügend Milch versorgen, Reiss und Gewürze stehen
für genügend Essen in der Zukunft, die Kokosblume bedeutet das die Kraft
des Buddha ins Haus einzieht, die zwei Kokosnüsse werden nachher
gepflanzt so entstehen daraus zwei Kokospalmen die später die Menschen
ernähren. Der Tisch wird mit
Blumen und Reiss hergerichtet. Pünktlich um 7 Uhr 45 darf Uli das
Öllicht entzünden ich gebe etwas
Reis dazu. Anschliessen
trägt Uli den Stein mit den Glücksachen in die Mitte des Fundaments, wo
bereits eine Vertiefung dafür ausgehoben wurde, der Hausherr und seine
Frau folgen ihm mit dem geschmückten Baumast. Mit Blickrichtung der
Sonne entgegen, wurde Uli die Ehre zu teil den Stein mit samt
Glücksbringer, auch wieder zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, in die
Mulde zu legen. Danach musste er eine Kelle mit frischem Pflaster
auf der linken Seite des Gefässes anbringen, der Hausherr steckte seinen
Ast auf der rechten Seite des Gefässes ein. Anschliessend wurde alles
mit Steinen und Pflaster befestigt. Die Richtung Osten muss hier, auch
wie schon beim Spatenstich eingehalten werden damit die Sonne Licht und
Frieden ins Haus bringt. Danach wird ein kleines
Öllämpchen auf dem Ast
angebracht. Diese Öllampe beseitigt alle Bakterien die aus dem frisch
aufgerissenen Boden herauskommen. Wenn das Öl verbrannt ist sind alle
Bakterien verschwunden.
Zwischendurch gingen wir zur zweiten Familie. Sie haben damit begonnen,
die
niederzureissen und die stehen gebliebenen Mauern
weiter aufzubauen. Der Hausherr arbeitet mit, er verdient im Gegensatz
zu den Arbeitern kein Geld. Dies gilt für alle drei Hausherren denen wir
helfen ihre Häuser wieder aufzubauen. Da wir hier nichts essen wollten
wurde uns ein ganzer Strauch
Königskokosnüsse zum trinken geschenkt.
Zurück bei der ersten Baustelle: hier sind inzwischen zirka 15 Arbeiter
eingetroffen. Diese werden für sämtliche Arbeiten am Haus zuständig
sein. Nun ist die Öllampe total ausgebrannt, Dayrathne entzündet
Raucherstäbchen damit dieser Duft das gereinigte Haus durchströmt er
bringt diese auch in die Mitte des neuen Hauses an. Bis sie
heruntergebrannt sind gibt es Frühstück für alle. Tische, Stühle und
Essgeschirr wurden von den umliegenden Nachbarhäuser zusammengesammelt.
Angeboten wird Milchreis, Sambal (ein Gemisch aus getrocknetem Fisch
und scharfen Gewürzen), Brot, Bananen und Süssigkeiten. Ein Teil
der Esswaren stammt von den Hauseigentümern ein zweiter hat Lalani
mitgebracht.
Um 9 Uhr 30 begeben wir zum dritten Haus. Es ist jene Familie mit 8
Kindern. Zur Begrüssung erhalten wir auch hier Bananen und Biskuits.
Der Schreiner ist schon vor uns hier angekommen und bereitete das
Holz für das Hausdach vor. Weil heute der beste Tag ist um mit einem
Hausdach zu beginnen wird wenigstens der eine Sparren der vorhanden ist
zugeschnitten und eingesetzt. Vor diesem Einsetzen wird aber auch erst
ein Zeremoniell durchgeführt. Uli muss ein in ein
weisses Tuch
eingewickeltes Geldstück auf den Holzsparren binden und das genau an der
Stelle die danach in einer Ecke des Hauses zu liegen kommt. Das Geld und
der Sparren werden mit Räucherstäbchen beräuchert. Das Geldstück soll
allzeit Glück und Reichtum ins Haus bringen. Danach ging die Mutter mit
Räucherstäbchen ums ganze Haus und auch in jeden Raum um es zu segnen.
Bei jedem Hauseigentümer fertigt Priante ein schriftliches Dokument an,
das auch die Eigentümer Frage regelt.
10 Uhr 05 wir sind zurück bei der ersten Baustelle, die Arbeit geht
nicht weiter weil alle auf das Baumaterial warten. Diese Zeit nützen wir
für einige persönliche Gespräche. Hier erfahren wir auch das der
Hauseigentümer
Nandige heisst, seine Frau heisst Ranega, die Tochter Naodi und der
kleine Sohn Adinte. Nandige erzählt uns das sein Vater beim Tsunami beim
fischen ums Leben gekommen ist. Sein Körper wurde nie gefunden.
10 Uhr 20 zwei Einachser mit grossen Steinen sind angekommen, diese
Steine werden im Fundament einzementiert. Um 10 Uhr 40 fahren wir mit
dem Tuktuk zurück nach Hause. Am Nachmittag fuhren wir nochmals zu den
Baustellen. Beim ersten Haus war das Fundament schon bald
fertiggestellt. Beim zweiten waren die Maurerarbeiten auch schon recht
gut fortgeschritten.
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Dienstag 26. April 2005
Heute fing der Tag wieder normal an. Zwischen 10 und 11 Uhr machten
wir uns mit einem Tuktuk auf den Weg zu den Baustellen.
Beim Neubau waren alle Fundamente fertiggestellt und die Arbeiter
machten sich daran die
Bodenplatte zu giessen.
Alles auf den Baustellen ist Handarbeit. Bei dieser Hitze sind Arbeiten
wie Betonmischen doch sehr anstrengend.
Auf der zweiten Baustelle sind die Wände schon ziemlich fertig
aufgebaut, um den ganzen Bau herum wurde ein Gerüst aus Bambus und
Palmholz erstellt. Die SUVA würde bei solchen Gerüsten sicher Amok
laufen.
Auf der dritten Baustelle sind die Schreiner mit dem Bau des Dachstuhles
beschäftigt. Der
grösste Balken der dafür
verwendet wird musste bei einer Nacht und Nebelaktion aus den
Landesinnern heute früh angeschafft werden. Denn solches Holz ist
verboten vom Inland an die Küste zu verkaufen. So musste alles passieren
solange noch keine Polizei unterwegs war. Auch bei diesem Dachstock ist
alles Handarbeit. Jeder einzelne Balken muss zuerst mit einer
schlechten Handsäge, Hammer und Stechbeutel zurecht geschnitten und
eingepasst werden. Die einzige Maschine die wir sahen, war eine
Bohrmaschine die auf nicht gerade alltägliche Art nur mit zwei losen
Drähten an den Strom angeschlossen wurde.
Dayrathne und Priante sind fleissig daran alles Material einzukaufen.
Dabei schauen sie auch immer um einen günstigen Preis auszuhandeln. Im
Moment wird aber sehr viel gebaut und alles Baumaterialienpreise sind
gestiegen. Da vor allem sehr viele Touristen so wie wir für die
betroffenen Menschen Häuser bauen kommt es natürlich dann manchmal zu
aussergewöhnlichen Situationen. Gestern war Dayrathne gerade beim
Preisverhandeln für Ziegelsteine in einem Geschäft und war daran den
Preis von 30 Rupien auf 20 oder 25 Rupien runter zu handeln. Da kam ein
Europäer rein und fragte nach dem Preis der Steine der Verkäufer sagte
ihm 30 Rupien, darauf antwortete der Europäer dann nehme er gerade alle
und Dayrathne musste zum nächsten Händler.
Mittwoch 27. April 05
Den Vormittag verbrachten wir in der
Bank und im Internetshop. Der
Geldtransfer vom Schweizerkonto auf ein neu eröffnetes Konto hier hat
funktioniert. So können wir die offenen Rechnungen für das Baumaterial
der drei Häuser bezahlen. In Zukunft werden wir unsere Mails über einen
Internetshop senden
müssen, mit unserem privaten Anschluss will es einfach nicht
funktionieren. Um halb elf fuhren wir zu den Baustellen.
Beim ersten Haus sind sie fleissig am
Wände bauen. Die Männer
arbeiten gut, sauber und achten darauf, damit alles korrekt ist. Der
Hausbesitzer arbeitet fleissig mit. Er und seine Frau sind
glücklich und dankbar über die Entstehung des neuen Hauses und
sehen wieder eine Perspektive für die Zukunft.
Nach dem gewaltigen Tropenregen vergangener Nacht erreichen wir die
dritte Baustelle nur auf Umwegen. Die Naturstrassen stehen unter Wasser
und sind für uns fast nicht begehbar. Inzwischen brennt die Sonne wieder
vom Himmel und lässt uns einmal mehr den Schweiss in Bächen am Körper
herunterlaufen. Auch auf dieser Baustelle kommen die Arbeiten gut, wenn
auch etwas langsam voran. Die
Dachkonstruktion wird aus Palmenholz gemacht. Es ist ein sehr hartes
Holz und da es keine elektrischen Maschinen gibt, müssen alle
Arbeiten mit einer kleinen Handsäge durchgeführt werden. Eine
unglaublich mühsame Arbeit!
Die halbe Dachkonstruktion ist fertig. In ca. vier Tagen soll der
Dachbau beendet sein. Das ist auch gut so, denn hier beginnt die
Monsunzeit. Die Türen und Fenster werden anschliessend gemacht. Für die
acht Kinder hat nach einigen Ferientagen die Schule wieder begonnen. So
ist es hier bis zu ihrem Nachhausekommen am frühen Nachmittag recht
ruhig. Nach und nach treffen alle ein und ziehen sich erst einmal um.
In Sri Lanka sind
Schuluniformen
obligatorisch. Ohne sie werden die Kinder nicht zum Unterricht
gelassen. Die Mädchen tragen weisse Kleider, weisse Strümpfe und Schuhe.
Die Knaben in den höheren Klassen sind ebenfalls in weiss gekleidet. Die
kleineren Jungs müssen kurze blaue Hosen, ein weisses Hemd, Strümpfe und
Schuhe tragen. Wenn das Geld kaum zum Leben reicht, sind dies teure
Anschaffungen und dementsprechend müssen die Kinder auch Sorge dazu
tragen.
Die Haushaltungen ausserhalb von Hikkaduwa besitzen meistens kein
fliessendes Trinkwasser im oder um das Haus. Es untersteht der
Zuständigkeit der Frauen und Mädchen, für frisches Trinkwasser zu
sorgen. In grossen Plastikbehältern wird es von nahen Grundwasserbrunnen
geholt.
Dayrathne, Priante und Uli machen sich am Nachmittag auf den Weg, um
Baumaterial für die Dächer einzukaufen. In einem Laden werden 95 Platten
Welleternit eingekauft,
dazu kommen für die First noch
Ziegelabschlüsse. Viele
Dächer werden hier in Sri Lanka mit roten Dachziegeln gedeckt, da aber
Welleternit günstiger und sicher nicht schlechter ist als Ziegel, haben
wir uns für dieses entschieden. Diese 95 Platten werden anschliessend
auf einen kleinen Laster geladen. Die Befürchtung, dass durch diese
grosse Last auf einmal die Reifen die überhaupt
kein Profil
mehr aufweisen platzen könnten, war sicher nicht von der Hand zu weisen.
Er kam dann auch dreimal bei den Hauszufahrten auf
glitschigem Untergrund
ins schleudern und musste mit schieben daraus befreit werden.
Donnerstag 28. April 2005
Am Morgen ging’s zuerst zum Shopping. Morgen werden wir einem
Altersheim
in der Nähe von Hikkaduwa einen Besuch abstatten. In einem Altersheim
leben nur Menschen, die keine Angehörigen mehr haben. Normalerweise sind
die Kinder verpflichtet, für die alten Eltern zu sorgen. Da die sozialen
Strukturen in Sri Lanka verschieden sind gegenüber denen in der Schweiz,
ist so eine Institution in allen Belangen auf die Unterstützung der
Bevölkerung angewiesen. So werden von Privaten Leuten Essensspenden
gebracht. Damit die Menschen im Heim regelmässig Mahlzeiten erhalten
wird in einer Agenda eingetragen, wer wann mit einer Essenslieferung an
der Reihe ist. Tradition ist, dass bei einem Jahrestag einer solchen
Institution gedacht wird. Letzte Woche besuchten wir das Heim und
liessen uns in die Liste eintragen. Nun werden wir für das Nachtessen Morgenabend verantwortlich
sein. Im Heim leben 25 alte Menschen und eine 7- köpfige Familie. Der
Vater ist vom Staat als Hausmeister angestellt, seine Frau und ihre
Schwägerin sind für die Ordnung und die Wäsche zuständig. Das Kochen für
morgen Abend wird Lalani übernehmen, da unsere Schweizerküche wohl nicht
recht munden würde.
Danach besuchten wir erst den Internet Shop um Emails zu schreiben und die
Homepage auf dem neusten Stand zu halten. Um ca. 11 Uhr fuhren wir mit
einem Tuktuk auf die Baustellen. Da in der Umgebung sehr viel gebaut
wird, traten Probleme bei der Sandbeschaffung auf. Schlussendlich konnte
aber ein Lieferant im Landesinnern gefunden werden. Auf allen drei
Baustellen gehen die Arbeiten gut voran. Wir haben wirklich grosses
Glück dass wir gute und zuverlässige Arbeiter finden konnten. Ein
Tourist der einer anderen Familie ein Haus baut, fragte bereits nach, ob
er unsere Arbeiter haben könnte. Diese Familie war auch in unserer
Projekt
Auswahl, wir konnten sie aber
leider nicht berücksichtigen. Wir waren jedoch sehr glücklich als wir
hörten, dass jemand anders ihnen hilft.
Bei unserer ersten Baustelle sind die
Wände
schon weit oben, die Familie ist sehr glücklich und alle strahlen in die
Welt hinaus, dass es eine Freude ist.
Beim zweiten Haus sind die
Wände
fast fertiggestellt. Nun kann mit den Innenarbeiten begonnen werden. Das
Dach wird erst erstellt, sobald unsere Schreiner auf der dritten
Baustelle fertig sind. Auch die Schreiner leisten ganze Arbeit.
Der Dachstuhl
im dritten Haus ist auch schon bald fertig. Bei 34 Grad Wärme und einer
sehr hohen Luftfeuchtigkeit ist auch der heutige Tag eine grosse
Belastung jeder einzelnen Schweisszelle unseres Körpers.
Freitag 29. April 2005
Auf den drei Baustellen geht die Arbeit zügig voran.
Beim Neubau wurde ein
Betonkranz
oberhalb der Türen und Fenster gegossen, um Stabilität zu erhalten. Neben
dem Haus wurde mit dem Bau der
Toilette
begonnen.
Beim zweiten Haus sind die Mauern fertiggestellt. Heute wurden die
Türzargen
eingebaut und der Boden betoniert.
Im dritten Haus geht die
Dachkonstruktion
bald dem Ende entgegen. Da diese Familie keine Toilette besitzt und ihre
Geschäfte immer im umliegenden Busch erledigen muss, beschlossen wir,
schon nur aus hygienischen Gründen zusätzlich noch eine Toilette zu
bauen.
Am Abend bekamen wir noch eine Anfrage von unsern Bekannten im
Restaurant. Eine verwandte Familie von ihnen mit drei Kindern und
Grosseltern muss seit der Katastrophe in einem Zelt wohnen. Leider
müssen wir hier absagen, denn uns fehlen etwa 2000.- Fr um auch dieser
Familie ein neues Zuhause aufzubauen. Ein neues Haus wie wir es für die
erste Familie bauen inkl. Aussen- Toilette kostet etwa 7000.- Fr. Neben
der Variante eines Mauerhauses gibt es natürlich auch die eines
Holzhauses. Wir haben uns für den Mauerbau entschieden, denn ein
Holzhaus ist nur eine Notvariante. Länger als 2 bis 5 Jahre kann/wird
ein Holzhaus in den Tropen nicht bestehen. Jedoch spätestens nach 2-3
Jahren werden alle Hilfswerke aus dem Land sein und die Leute mit den
erstellten Nothäusern stehen wieder vor demselben Problem, dass sie kein
Dach über dem Kopf haben.
Unser geplanter Besuch im Altersheim gestaltete sich zu einer ganzen
Tagesbeschäftigung. Am Donnerstag waren wir einkaufen. Wir rechneten mit
einem Essenseinkauf für die 25 Bewohner des Altersheims. Lalani kaufte
jedoch für 50 Personen ein und erzählte uns von einer anschliessenden
Party in ihrem Haus. Da wir die Traditionen hier nicht kennen erhoben
wir keinen Einwand. Als Geschenk für die Bewohner kauften wir ein Radio
Tonband Gerät, damit die alten Leute die Gebete der Mönche ab
Tonbandkassette hören können. Der Tempel ist für sie zu weit entfernt um
dort beten zu können. Lalani und vier ihrer Nachbarinnen begannen
bereits am spätern Vormittag mit kochen. Gekocht wird hier im Freien auf
Holzfeuern. In der Küche im
Haus (sofern eine vorhanden ist) wird nur gerüstet und wenn es einen
Wasseranschluss gibt eventuell noch Geschirr gespült. Am Nachmittag
wurde noch ein Koch zur Mithilfe beigezogen.
Gekocht wurde
Suppe, Reis, Nudeln, Brotfrucht, Fisch, Linsen, Poulet und Gemüse.
Pfeffer, Curry und Paprika werden hier nicht in Prisen oder
Kaffeelöffel, sondern in Handmengen gemessen. Wir werden meistens
gewarnt wenn ein Gericht zu scharf gewürzt ist. Gegen fünf Uhr wurde
zirka die hälfte der Esswaren in Plastikbehälter gefüllt. Nach und nach
trafen immer mehr Menschen in Lalanis Haus ein. Zu Schluss waren an die
20 Personen, vier VW Busse und 2 Tuktuks da, die uns ins Altersheim
begleiten wollten. Wir erhielten die Information das die Fahrer kein
Geld für den Transport verlangen und die Frauen gratis beim Kochen
helfen. Dafür gibt es am Abend eine Party für alle. Die Fahrt zum
Alterheim dauerte gut 30 Minuten. Nach einer kurzen Begrüssung wurden
wir in den Gebetsraum geholt. Der neue Radio wurde mit einem Gebet
eingeweiht. Im Gebetsraum gibt es keine Stühle, alle setzen sich auf den
Boden. Das Gebet ein eintöniger Singsang dauerte über eine halbe Stunde.
Immer wenn wir dachten nun sei wirklich Schluss, begann das ganze wieder
von vorne.
Das Alterheim besteht aus fünf Räumen. Zwei
Schlafsäle, ein
Essraum, ein
Gebetsraum und einer kleinen
Küche. Der Frauen und Männer
Schlafraum ist durch eine etwa 2m hohe Mauer getrennt. Jeder Bewohner
besitzt ein Bett ein Nachttisch und ein Moskitonetz. WC und
Waschgelegenheit befindet sich draussen an das Haus angebaut. Haus und
Nasszellen sind sauber und aufgeräumt. Betreut werden die alten Menschen
von einem Abwartehepaar und zwei Krankenschwestern.
Die Tische waren bereits mit Plastiktellern gedeckt. Da man in Sri Lanka
von Hand isst benötigt es
kein Essbesteck. Das mitgebrachte Essen wurde an die
Bewohner verteilt. Unsere Begleitpersonen verteilten während dem
Essen kleine Geschenke
wie Seifen, Bananen und Süssigkeiten an die Bewohner. Da verstanden wir,
weshalb wir von so vielen Leuten begleitet wurden. Der Buddhismus
schreibt vor das die Menschen gute Taten vollbringen müssen. Da ein
Nachtessen und Geschenke die finanziellen Möglichkeiten für eine Familie
übersteigt, wird so eine Gabe von verschiedenen Familien getragen. Jeder
steuert sein Möglichstes bei. Einer fährt gratis, andere spenden
Lebensmittel, kochen gratis oder spenden kleine Geschenke. Am Abend
setzen sich die Leute zusammen und feiern gemeinsam ihre gute Tat. Wir
waren bei dieser Feier nicht dabei weil wir zu einer Abschiedesparty
einer Finnin eingeladen waren. Sie war hier um abzuklären wie die
staatlichen Hilfsmittel verwendet werden. Leider wird ihre Recherche
nicht positiv ausfallen, weil viele Gelder einfach irgendwo versickert
sind ohne die
Hilfsbedürftigen zu erreichen. |
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Samstag 30.April 2005
Aus der Schweiz brachten wir für insgesamt 30 Kinder Schulmaterial
mit.
Pro Kind eine Schultasche
mit einem gefüllten Etui, Massstäbe, eine Schachtel Filzstifte, eine
Schachtel Farbstifte und einem Schreibheft. Um 12 Uhr wurden wir von
einem VW Bus abgeholt um die Schulsachen bei einer Schule in der
Umgebung unserer 3 Baustellen zu verteilen. Priante informierte im
voraus Familien mit Kindern die Schulmaterial dringend benötigen. Bei
unserer Ankunft waren zirka
100 Kinder anwesend.
Priante sagte uns, dass sie bereits seit 9 Uhr warten und in einer Reihe
anstehen. Um jedem Kind etwas mitgeben zu können, nahmen wir die Farben
Etuis usw. aus den Schultaschen und
verteilten
sie neu in Plastiksäcke. So gab es pro Kind entweder eine
Schultasche, ein Etui, eine
Farbschachtel
oder Bleistifte mit Lineal und Filzschreibern. Zu Beginn verlief alles der
Reihe nach. Wären aber nicht
Priante und der Besitzer des ersten Hauses gewesen, wir hätten keine
Chance gehabt Ordnung und Überblick zu behalten. In der Reihe stand auch
eine zirka 75 jährige Frau, die uns um eine Schultasche für ihren Sohn
bat, dieser besuche heute den Schulunterricht und könne leider nicht
selber kommen, ihren Wunsch konnten wir nicht erfüllen. Als Trost
schenkten wir ihr einen Kugelschreiber . Dank dem das wir alles
aufgeteilt haben, konnte jedes Kind mit einem Geschenk nach Hause gehen.
Viele der Kinder kamen und bedankten sich für ihr Geschenk. Nach dieser
Aktion haben wir uns vorgestellt, wie es wohl bei einer Essensverteilung
zugeht wenn die Leute hungern. In so einem Moment hätte man ohne
Polizeischutz keine Chance.
Anschliessend besuchten wir noch alle drei Baustellen.
Auf der ersten Baustelle
sind die Wände fast fertiggestellt, obwohl die meisten der Maurer im
Moment auf der dritten Baustelle beschäftigt sind.
Auf der zweiten Baustelle
war heute Ruhetag, das ist auch gut so, denn bevor mit der
Dachkonstruktion angefangen werden kann, sollte der Bau noch ein
bisschen austrocknen.
Auf Baustelle drei wurden schon fleissig die ersten
Eternitplatten
angebracht und die Bodenplatten gegossen. Da der Buddhismus keinen Ruhetag
vorschreibt wird die Arbeit auch am Wochenende ohne Unterbruch
fortgesetzt. Banken, Schulen und andere staatliche Institutionen sind
jedoch Samstag und Sonntag geschlossen.
Sonntag 1. Mai 2005
Heute ist Sonntag. Auf den Baustellen sind nicht
alle Arbeiter erschienen. Der 1. Mai wird auch hier als Tag der Arbeit
gefeiert. Doch die Arbeit geht auf zwei der drei Baustellen voran.
Auf der
ersten und zweiten Baustelle
wurde mit dem Dachstuhl begonnen. Im zweiten Haus macht sich der
Eigentümer daran, auch die
Fensterrahmen
zu setzen. Um die Fenster genau im Lot zu montieren, wird statt einer
Wasserwaage, ein mit Wasser
gefüllter Schlauch verwendet. Da niemand eine Wasserwaage besitzt
wird diese Methode bei allen Arbeiten angewandt. Auch wurde mit dem Bau
der Toilette
begonnen.
Beim dritten Haus ist das
Dach
nun fertig. Da der Dachbauer nicht auf der ersten und zweiten Baustelle
zur gleichen Zeit arbeiten kann, wurden für das erste Haus andere
Schreiner eingestellt.
Wir sind froh um die Mitarbeit von Dayrathne und Priante. Sie kennen das
Land, die Leute und die Preise. Sie wissen, was wo am besten zum
einkaufen ist und können im Gegensatz zu uns die Preise gut
herunterhandeln.
Dayrathne spornt die Arbeiter zu guten Leistungen an. Er sagt, dass der
Srilankische Arbeitseinsatz im Gegensatz zum Europäischen zu wünschen
übrig lasse. Nun, bei dieser Hitze würden wir das Arbeitstempo auch
verlangsamen. Aber es ist schon so, man sieht viele Häuser, die nur zur
Hälfte gebaut sind. Einigen Bauherren fehlt sicher das restliche Geld
dazu, den anderen bestimmt aber auch die nötige Energie und die
Arbeitsmoral.
Dayrathne zählt auf den drei Baustellen täglich das Baumaterial, das noch
nicht verarbeitet wurde. Es komme öfters vor, dass die Bauherren Steine
oder Zementsäcke verkaufen um für das erstandene Geld Alkohol zu kaufen.
Dies kann Dayrathne mit der täglichen Kontrolle verhindern.
Oft wird die Gutgläubigkeit der Helfer auch ausgenützt. So hat eine lokale
Familie das Geld für einen Hausbau bar auf die Hand erhalten. Anstatt
ein Haus zu bauen, wurde das Geld für Alkohol und Drogen ausgegeben. Die
Leute wohnen immer noch in ihrer alten Lehmhütte.
Von Deutschen haben wir gehört, dass ihre Gutgläubigkeit und Unachtsamkeit
viel Geld gekostet hat. Eine Familie, die früher immer in einer
Lehmhütte wohnte die nun vom Tsunami zerstört wurde, hat sich mit Tricks
auf Kosten der Deutschen ein schönes, grosses Haus bauen lassen.
Wir begegnen auch viel mehr Bettlern als vor zwei Jahren. Meistens sind es
ältere Menschen. Wenn sie so dastehen und uns mit ihren grossen dunklen
Augen bittend ansehen, mit einer Hand über den hungrigen Magen streichen
und die andere für eine Gabe hinhalten, ist es für uns unmöglich nichts
zu geben.
Der Weg ins Dorf führt uns immer an einer kleinen
Holzhütte
vorbei. Darin wohnt und arbeitet ein taubstummer Mann. Vor einigen Jahren
ist seine ebenfalls taubstumme Frau von einem Zug erfasst und getötet
worden. Der Mann fertigt in Handarbeit
kleine Segelschiffe an.
Früher konnte er sie am Strand verkaufen. Jetzt sind keine Touristen
mehr da, die seine Schiffe kaufen und somit sein Überleben sichern. Auch
ihn unterstützen wir ab und zu mit etwas Geld, damit er sich Esswaren
und Arbeitsmaterial besorgen kann.
Montag 2. Mai 2005
Nach einer heissen, schwülen Nacht kühlte es gegen Morgen langsam ab. Nach
unserem sich täglich wiederholendem Morgenritual (Duschen, Frühstücken,
Internetshop) fuhren wir zu den drei Baustellen. Wir versuchen immer
denselben Tuktuk Fahrer
zu erhalten. Er jung, hübsch, sein Tuktuk ist sauber und neu, er ist ein
vorsichtiger Fahrer und er weiss inzwischen wohin die Fahrt geht. Dazu
kommt, dass wir bei ihm nicht immer den Fahrpreis aushandeln müssen.
Auf der ersten Baustelle sind die Dachdecker schon mit dem montieren der
Eternitplatten
beschäftigt. Die Arbeit geht gut voran, leider kann heute nicht das
ganze Dach fertiggestellt werden, weil für den oberen Teil kürzere
Platten bestellt wurden. Diese werden erst heute Abend oder morgen früh
geliefert.
Auf der zweiten Baustelle sind Fenster und Türzargen gesetzt und bis am
Abend wird auch das Dach fertig
erstellt sein.
Auf der dritten Baustelle sind die Maurer mit dem
Bodenüberzug
beschäftigt. Auf den Überzug kommt eine
farbige Zementschicht
aufgetragen, dies ersetzt jeden Teppich oder Bodenbelag. Am Nachmittag
fängt es an heftig zu regnen was alle Arbeiten für etwa eine Stunde zum
Stillstand bring.
Jeder Hauseigentümer besitzt um das Haus herum einige
Kokospalmen. Bei jedem
Besuch, dass heisst mindestens dreimal täglich klettert einer auf eine
Palme und wirft Trinkkokosnüsse für uns herunter. Am schnellsten oben
und wieder herunter sind die
kleinen Jungs. Man sollte
meinen, sie seien auf den Palmen aufgewachsen so schnell und flink
klettern sie hoch. Von Dayrathne haben wir heute erfahren, dass es
verschiedene Sorten von Kokosnüssen gibt. Die einen nennen sie
Königskokosnüsse. Sie haben eine gelbbraune Farbe. Die Flüssigkeit der
Königskokosnuss
kann man, wenn sie noch jung ist trinken. Der Geschmack ist gut und
erfrischend. Das Fruchtfleisch ist noch sehr dünnwandig und etwas
schleimig, man kann es jedoch essen. Ist die Nuss ausgereift wird das
Wasser ungeniessbar, das Fruchtfleisch dafür härter und dicker. Es wird
dann zum kochen geraspelt.
Dann gibt es die Goldkokosnüsse. Sie wachsen nur an gewissen Orten. Sie
sind gross und grün. Sie haben mehr Trinkflüssigkeit als andere Nüsse.
Der Geschmack ist leicht süsslich und herrlich erfrischend. Teilt man
eine Nuss in zwei hälften sieht man auf der Innenschicht eine
rosarote Färbung. Daran
erkennt man die Echtheit einer Goldkokosnuss. Aus dem Fleisch der etwas
ältern Nuss wird Öl für die Lampen in den
Tempeln
gemacht. Der Preis einer Goldkokosnuss ist etwa doppelt so hoch wie der
einer normalen, zirka 50 Rupien. Die dritte Nuss die wir inzwischen
kennen ist im Trinkgeschmack ähnlich wie die anderen. Nur das diese Nuss
etwa die hälfte der Flüssigkeitsmenge hat wie die andern.
Nach dem Genuss von drei Kokosnüssen benötigen wir jeweils kein
Mittagessen mehr. Wir haben es uns inzwischen abgewöhnt Trinkwasser
mitzuschleppen, da uns die
Kokosnüsse besser schmecken.
Dienstag 3. Mai 2005
Heute Morgen haben wir zusammen mit Sanjeewa ein mögliches Projekt
begutachtet. Eigentlich wollten wir ein bis zwei Geschäftslokale
ausbessern um den Leuten eine finanzielle Startmöglichkeit zu geben.
Dayrathne sagte uns jedoch die Menschen benötigen vorerst ein neues
Zuhause. Nach einigen Kalkulationen können wir das Geld für ein kleines
Haus noch aufbringen. Auf den drei Baustellen hat es noch bereits
bezahltes Restmaterial das wir dazu zusätzlich verwenden können. Im
Gebiet das Sanjeewa uns zeigte hat die Flutwelle sehr grossen
Schaden
angerichtet. Die meisten Häuser sind weggeschwemmt und es gibt eine ganze
Siedlung in der die Menschen unter provisorisch erstellten
Blechdächer mit Plastikplanen
als Hauswände wohnen. Die Familie die Sanjeewa uns empfahl besass vor
der Welle ein recht
grosses Haus. Nun ist
alles dem Erdboden gleichgemacht. Der Mann war Fischer aber auch sein
Boot ist zerschlagen. Wir besahen uns die
Schäden, die Umgebung und
unterhielten uns lange mit den Menschen. Die ganze Umgebung sieht noch
heute aus als hätte eine
Bombe
eingeschlagen. Seit dem 26. Dezember wurde hier fast nichts weg oder
aufgeräumt. Noch brauchbare Kleider, Fischernetze, Geschirr, Bachsteine,
Holz usw. liegt auf einem Haufen und hängt in den Palmen. Wir fragten
weshalb hier nicht aufgeräumt und Baumaterialien für einen möglichen
Wiederaufbau aussortiert worden sind. Der mögliche Bauherr sagte, dass
er bis jetzt keine „Mumm“ zum Aufräumen hatte. Dies war für uns der
Grund, weshalb wir dieses Projekt ablehnten. Wir wollen nicht Leute
unterstützen, die seit 4 Monaten keinen Finger für ihre Zukunft rühren
und nur darauf warten, dass jemand kommt um ein neues Haus zu bauen und
möglichst noch den Dreck wegräumt. Auch wenn die Zeiten hier nicht
einfach sind sollte es doch auch im Interesse der Betroffenen sein für
sich und ihre Kinder eine neue Zukunft zu erarbeiten. Morgen werden wir
im Gebiet wo wir bereits bauen ein neues Projekt bestimmen.
Auch heute ging auf allen drei Baustellen alles rassig voran.
Auf der ersten Baustelle wurde das
Dach
fertiggestellt und das
Toilettenhäuschen
aufgemauert.
Auf Baustelle Nummer zwei wurden die
Aussenwände
verputzt. Erfreulich ist zu sehen, mit wie viel Freude und Energie die
Eigentümer der ersten zwei Häuser täglich mitarbeiten.
Im dritten Haus leistet der älteste Sohn gute Arbeit. Die
Böden
sind dort fertiggestellt sowie das Toilettenhäuschen hochgemauert. Da
überall das Grundwasser nur etwa ½
Meter unter der Erde ist, gibt es Probleme mit dem erstellen der
Sickergrube
für die Toiletten. Denn bereits nach ½ m Aushub stösst man auf den
früheren Ozeanboden, dieser enthält sehr viel hartes Korallengestein.
Dies erschwert das Graben
in die Tiefe. Zwei Röhren im Durchmesser von ca. 1 m werden in eine
kleine Grube gestellt. Danach wird in der Röhre das Erdmaterial
herausgenommen und so versinken diese langsam im Boden.
Mittwoch 4. Mai 2005
Gestern Abend erlebten wir kaum vorstellbare Regengüsse. Eine Stunde
lang regnete es wie aus Eimern.
Es wäre unmöglich gewesen das Haus zu verlassen. Binnen kurzer Zeit
stand alles unter Wasser. Danach regnete es bis heute Nachmittag normal
weiter. Wo immer es Wasser gibt, versammeln und vermehren sich die
Mücken in grossen Mengen. Zum Teil sind sie recht gross und stechen uns
durch alle Kleider. Irgendwo gab es wegen dem vielen Regen einen
Landrutsch, der einen Strommasten mit sich riss und so einen
Stromunterbruch von 10 Uhr Abends bis heute Nachmittag auslöste. Zum
Glück brachte das schlechte Wetter auch eine Abkühlung mit sich, so
konnten wir auch ohne den kühlenden elektrisch betriebenen Ventilator
schlafen.
Um neun Uhr morgens wurden wir von Tuktuk abgeholt und zu Priantes Haus
gefahren. Dort wurden wir bereits von Dayrathne und dem Inhaber des
Baugeschäftes erwartet.
Priante lebt mit seiner Frau, den beiden
Töchtern und seiner
Grossmutter in einem einfachen Haus. Er besitzt in seinem Garten den
einzigen Anschluss an die Trinkwasserversorgung der Umgebung. Zirka 38
Familien holen täglich das Trinkwasser kostenlos bei ihm. Priantes
Familie bezahlt monatlich etwa 40 Franken für das ganze Trinkwasser, für
viele Menschen hier ist dies ein ganzer Monatslohn. Die meisten Häuser
besitzen eigene Brunnen
oder Wasserlöcher. Bis vor
dem Tsunami war das Wasser gut und auch trinkbar. Die Flut verunreinigte
die Brunnen und das Grundwasser jedoch mit Salzwasser. Auch nach 5 bis 6
maligem Auspumpen bleibt das Wasser ungeniessbar und kann nur noch zum
Duschen, Kleiderwaschen und Putzen genutzt werden.
Priante musste als Soldat im Bürgerkrieg mitkämpfen, bis er von
gegnerischem Feuer getroffen wurde. Seither trägt er ein Hörgerät und
hat Mühe mit der Atmung. Vom Staat erhält er eine kleine monatliche
Rente.
Das Ziel unserer Zusammenkunft heute morgen war der Besuch bei 6 Familien
die eventuell Unterstützung benötigen. Beim
ersten besuchten Haus hat
die Wasserflut eine Hausmauer weggespült. Die Hausbesitzer haben die
noch brauchbaren Steine gereinigt und ordentlich aufgeschichtet. Sie
bräuchten für die Hausreparatur 3 bis 4 Säcke Zement. Auf Nachfrage von
Dayrathne sagte der Hausbesitzer, das er pro Abend zirka 100 Rupien für
Alkohol ausgibt. Dayrathne erklärte ihm, dass er in Zukunft den Alkohol
lassen soll und er
sich so innerhalb kürzester Zeit den nötigen Zement selber kaufen
kann.
Der zweiten Familie hat die Flutwelle alles weggenommen. Sie leben jetzt
in einem kleinen provisorisch erbauten
Holzhaus, bestehend aus
einem Raum mit einem
Dach aus Plastikplanen.
Solche Häuser wurden kurz nach der Flut von verschiedenen
Hilfsorganisationen erstellt. Eigentlich sind es nur zusammen
gezimmerte, unbehandelte, ungeschliffene, dünnwandige Holzbretter. Durch
die Sonne den Regen und die hohe Luftfeuchtigkeit sind die Bretter
inzwischen verzogen und für Insekten und Regen durchlässig. Nach der
Monsunzeit ist ein solches Haus wohl kaum noch zu bewohnen.
Um das dritte Haus zu begutachten mussten wir weiter in den Busch hinein.
Die Naturstrassen sind nach dem vielen Regen kaum noch befahrbar. Hier
stellte eine junge Frau mit einem kleinen Kind die Bitte um
Unterstützung. Ihr Mann war dem Tsunami zum Opfer gefallen.
Das Haus hat keinen
eigentlichen Schaden erlitten. Es war vor der Flutwelle soweit
fertiggebaut, dass nur noch Türen, Fenster
und Zementböden fehlen. Das Haus ist so gross, es könnte an die 20
Personen beherbergen. Wir fragten nach den nächststehenden Angehörigen
und ihrem Wohnort. Ihr Mutter wohnt in der Nähe in einem eben so grossen
Haus. Der jungen Frau können und wollen wir nicht helfen da sie
Problemlos bei ihrer Mutter wohnen kann. In Grossfamilien zu leben
gehört auch zur Kultur in Sri Lanka.
Die vierte Familie ist nur zu Fuss durch Gestrüpp und Schlamm zu
erreichen. Hier lebt eine Familie mit vier Kindern in unsäglich
ärmlichen Verhältnissen. Ein
winzig kleines Haus aus allen möglichen Materialien zusammengebaut
beherbergt die ganze Familie. Ihnen hat der Tsunami das Lehmhaus
weggespült. Von einer Hilfsorganisation erhielten sie einen Unterstand
mit einem Blechdach, im selben Stil wie die erste Familie der wir ein
Haus bauen. Zu unserm Leidwesen mussten wir auch hier nein zu einem
Hausbau sagen. Die Landverhältnisse sind nicht geklärt. Der Boden ist
nicht Eigentum der Familie. Wenn wir hier ein Haus bauen würden, wären
die Landbesitzer im Stande die Familie wegzuschicken und das Haus für
sich zu beanspruchen. Um Boden zu kaufen haben wir weder Geld noch Zeit,
so ein Bodenkauf kann sich über viele Monate hinweg verzögern.
Der fünfte Ort den wir besuchen betrifft eine Grossfamilie. Sie besassen
vor dem Tsunami drei Lehmhütten. Nun leben auch sie in provisorisch
zusammengebastelten Hütten.
Auch sie erhielten von einer Organisation wie schon beschriebene
Provisorien mit Blechdächern.
Beim sechsten Besuch trafen wir auf eine
alte Frau die uns ihr
Leid über ihr weggeschwemmtes Lehmhaus klagte. Sie hätte gerne das wir
den vor Jahren begonnenen
Bau eines Hauses zu Ende
führen würde. Die Familie lebt seid der Katastrophe nicht mehr an diesem
Ort. Da sie ein Zuhause gefunden haben schliessen wir sie aus unserem
Vorhaben aus. Nach den sechs Besuchen hatten
wir vorerst einmal genug. Es ist beelendend so viele Schicksale und
Armut zu sehen. In Priantes Haus bei einem Tee trafen wir die
Entscheidung, die zweite Familie (mit dem Holzhaus) mit einem Hausbau zu
unterstützen. Die erste, dritte, vierte und sechste Familie schied zum
Voraus weg. Die fünfte Familie haben wir ausgeschlossen weil ihre
Schwester ein grosses Haus direkt über die Strasse mietet, das vorläufig
Platz für alle bietet. Zudem ist da eine Grossfamilie zusammen die sich
gegenseitig stützen kann.
Nach diesem Entschluss besuchten wir unsere erste Baustelle. Hier wurden
die Tür und Fenster Rahmen
gesetzt.
Im zweiten und dritten Haus konnte heute wegen Regen nicht
gearbeitet werden. Donnerstag 5.
Mai 2005
Heute zeigt sich das Wetter von der schönen Seite und dadurch kann auf
unsern drei Baustellen wieder fleissig gearbeitet werden. Obwohl die
Wege nach dem vielen Regen fast nicht mehr
begehbar
sind.
Im ersten Haus wurden die
Innenwände verputzt.
Im Haus zwei konnten die
Aussenwände nun fertig verputzt werden. Hier wurden die Arbeiter
ausgewechselt weil die Arbeitsleistung zu wünschen übrig liess.
Im dritten Haus waren die Schreiner tätig. Sie passten Türen und
Fenster in die eingepflasterten Holzrahmen ein. Nun müssen diese
noch mit einer speziellen Farbe lackiert werden.
Nach dem Rundgang auf den drei Baustellen, versuchten und nicht
verstandenen Gesprächen, Tee und Kokosnuss Getränken machten wir uns auf
den Weg zur neuen Baustelle.
Da wo das Holzhaus
steht, soll das neue Haus gebaut werden. Wir fragten uns, wo die Familie
die nächsten drei Wochen leben soll. Für Dayrathne war dies kein
Problem. Das Holzhaus soll abgebaut und etwas weiter hinten wieder
aufgestellt werden. Er ist überzeugt, dass diese Arbeit in zwei Stunden
durchgeführt werden kann. Wir bekundeten unsere Zweifel über das
Gelingen dieses Vorhabens. Dayrathne und Uli wetteten um einen Whisky.
Um 12 Uhr ging die Arbeit los. Zuerst
muss der neue Standplatz für das Holzhaus gerodet werden. Wir nutzten
diese Zeit, um in der
Sunset Bar
eine Kleinigkeit zu Essen und vor allem das saubere europäische WC
aufzusuchen. Im Busch habe ich immer Schwierigkeiten auf die Toilette zu
gehen. Erstens gibt es keine und zweitens sind im Busch überall Menschen
anzutreffen, so das ich kein stilles Örtchen finden kann. Als wir zurück
auf die Baustelle kamen war das ganze Holzhäuschen in
Einzelteile
zerlegt. Auf dem Fundament stand nur noch der
Hausrat. Für uns war immer noch unklar, wie die Männer aus den
Holzteilen wieder einen einigermassen brauchbaren Wohnort für die
Familie erstellen wollten. Zuerst wurden vier
Holzstangen
in einem Quadrat von zirka 3 x 3 m in vorbereitet Löcher gesteckt. Um
kleinere Löcher auszugraben werden hier halbe Kokosnussschalen als
Werkzeug verwendet. Die Löcher mit den Holzstangen wurden mit Erde
aufgefüllt und mit
Holzstäben
eingestampft. Das Dachgerüst besteht aus
zusammen gebundenen Holzstecken. Um die daraufgelegten
Bretter zu befestigen mussten die Nägel vom alten Holzhaus zuerst
wieder gerade geschlagen werden. Über das Hausdach und um die Hauswände
wurden Plastikplanen
gebunden und mit Kokosnuss Schnüren befestigt. Fenster gibt es im neuen
Häuschen keine dafür aber eine
Haustüre. Das provisorische Häuschen ist nicht gedacht um darin zu
schlafen. Die Nächte kann die Familie vorläufig bei Verwandten
verbringen. Heute Abend wird zweimal mit Whisky angestossen. Den einen
bezahlt Uli weil tatsächlich so etwas wie ein Häuschen steht. Den
zweiten übernimmt Dayrathne weil das Häuschen nicht zum wohnen geeignet
ist. Später dient es jedoch als Küche. Da das vorhandene Hausfundament
unbrauchbar ist, wurde es am Abend noch weggeräumt. Priante und
Dayrathne organisierten noch das nötige Baumaterial um morgen früh mit
dem neuen Fundament zu beginnen. Der neue
Hausbesitzer
war am Nachmittag noch bei den Mönchen um die beste Zeit für die
verschiedenen Bauetappen zu erfahren.
Freitag 6. Mai 05
Heute ist der Baubeginn des neuen Hauses.
Für uns war Tagwache um 5.30 Uhr angesagt. Das einzig gute an der kalten
Dusche so früh am Morgen ist, dass man dadurch wach wird. Daminde unser
Tuktuk Fahrer holte uns pünktlich um 6.30 Uhr ab. Heute waren wir nebst
Priante und der neuen Hausbesitzerfamilie die ersten auf der Baustelle.
Die Familie
ist ein junges Ehepaar mit einem entzückenden
Töchterchen. Roschan der Vater, Anuscha die Mutter und Tarusi die
kleine Tochter.
Vor dem Tsunami wohnten sie gemeinsam mit den Eltern und
Geschwistern des Ehemannes etwa 3 km entfernt in einem Haus. Die
Flutwelle hat ihnen nicht nur Haus und Gut genommen, die Frau des
Bruders ist auch gestorben. Diesen Bauplatz hier erhielten sie von der
Grossmutter der Ehefrau. Ich kann mir gut vorstellen, dass später die
ganze Familie hierher zieht.
Das Fundament des abgerissenen Holzhauses wurde gestern Abend nicht
mehr weggeräumt. Bis um 7.00 Uhr waren alle Arbeiter, Nachbarn und
Familienangehörigen anwesend. Die Nachbarn arbeiten heute auch hier
gratis. Pünktlich um 7.06
wurden die ersten zwei Holzstäbe für das Baugespann vom
Bauführer
auf der einen und Uli auf
der andern Seite in den Boden geschlagen und mit einer Schnur gemeinsam
verbunden.
Anschliessend wurde das Baugespann für das Fundament vom Bauführer
persönlich vermessen, abgesteckt und
mit Schnüren verbunden. Die dazu nötigen Holzstecken werden übrigens
fortlaufend mit einem Buschmesser auf die richtige Länge zugeschnitten.
Ausser die Fenster- und Türrahmen werden sämtliche Arbeitsvorgänge auf
der Baustelle vorbereitet.
In der Zwischenzeit kochte eine Gruppe Leute Frühstück, eine andere
bereitete den Tisch mit den
Glücksgaben
für das Haus vor.
Die Arbeiten die Uli heute übernehmen darf, wie das erste Holz für das
Baugespann setzten, den ersten Spatenstich und den Stein mit den
Glücksbringern in den Boden in der Mitte des Hauses legen, übernimmt
sonst ein Aussenstehender Mann aus der Dorfgemeinschaft. Es muss ein
Mann sein der den Bauleuten gut gesinnt und ehrlich ist. Besitzt er noch
etwas Geld, ist es auch gut.
In der Zeit bis der erste Spatenstich gemacht werden kann unterhalten
sich die Leute. Da wir kein Singhalesisch verstehen übersetzt Dayrathne
für uns. So hören wir von einem Arbeiter der neben uns steht, dass der
Tsunami 9 Menschen aus seiner Familie getötet hat. Er war heute
allerdings als Arbeiter nicht zu gebrauchen, da er bereits am frühen
Morgen betrunken war. Alkohol und Drogen sind auch in Sri Lanka ein
Problem. Dabei handelt es sich meistens um
selbstgebraute Naturprodukte aus dem Busch. Die sind für alle
erschwinglich, haben auf die Gesundheit die grösseren Nebenwirkungen als
z.B. der uns bekannte Alkohol.
Nach der Ehrbezeugung der neuen Hausbesitzer an uns und Euch die wir
beitragen, dass sie wieder ein anständiges Haus über dem Kopf
erhalten, war der erste
Spatenstich
genau um 8.55 Uhr. Um
9.20
Uhr durfte Uli der Stein mit den
Glücksbringern
in den Boden legen und Roschan und Anuscha stellten das
Glücksbäumchen
daneben. Bei der ganzen Zeremonie regnete es leicht. Darüber freuten
sich alle. Leichter Regen beim Baubeginn bringe Glück für das neue Haus.
Anschliessend schien die Sonne wieder.
Beim angebotenen Frühstück habe ich mich auf Brot und Bananen begrenzt.
Uli ist da etwas mutiger. Er versuchte von allen angebotenen
Köstlichkeiten
die nebst Brot und Bananen aus Fisch, Sambal und Milchreis bestanden.
Laut seiner Atmung und dem Gesichtsausdruck war das Essen
aussergewöhnlich scharf.
Wir überliessen den Arbeitern und Nachbarn das ausgraben des Fundamentes
(das am Abend bereits fertig
war) und besuchten unsere anderen drei Baustellen.
Beim ersten Haus freut sich
Naodi immer wenn wir kommen. Der kleine Adinte fürchtet unsere
weisse Haut und unsere Sprache auch nicht mehr. Kinder werden in Sri
Lanka von den Erwachsenen sehr geliebt und wachsen von allen behütet in
der Familiengemeinschaft auf.
Priante, der sein Haus in der Umgebung unserer Baustellen hat, wird nach
wie vor täglich von hilfesuchenden Menschen angesprochen und gebeten,
uns über ihre Schicksale zu informieren. Oft wird er auch in unserer
Anwesenheit angesprochen. Er hört allen mit grosser Geduld und viel
Verständnis zu, nimmt ihre Probleme ernst und vertröstet die Leute auf
einen eventuellen späteren Zeitpunkt. Er erklärt uns, dass man den
Menschen in ihrer Not die Hilfe nicht einfach verweigern darf, da sonst
die Hoffnungslosigkeit zu gross wird.
Heute bat uns eine alte Frau um Hilfe. Sie mussten einen neuen Brunnen
graben weil der alte
durch den nahen Bach mit verseuchtem Wasser verschmutzt wird. Es sieht
aus wie eine grünlich verschmutzte Lauge. Jetzt wurde ein neuer Brunnen
in einiger Entfernung gegraben. Da die Bewohner der acht Familien die
den Brunnen benützen aber kein Geld besitzen um die
Seiten des Brunnenschachtes zu sichern, stürzten immer wieder Teile
der Seitenwand ein. Dies verschmutzt immer wieder das Wasser und macht
es unbrauchbar. Daneben besteht auch die Gefahr, dass die Frauen die
hier Wasser holen mit dem Boden einstürzen und so im Schacht ertrinken.
Da von saubern Wasser auch die Gesundheit der Menschen abhängig ist,
werden wir die Kosten für die Zementrohre und den benötigten Zement
übernehmen. Dies gewährleistet einigermassen sauberes Wasser zum
Duschen, putzen
und Kleiderwaschen für diese acht Familien. Die Arbeiten führen sie
selber aus. Samstag 7. Mai 2005
Heute erlebten wir Bilderbuchwetter am Morgen um 6 Uhr 30 wehte ein
leichter, angenehmer Wind. Die Bäume und Palmen dicht an dicht
gewachsen, mit ihrer Höhe, den grossen Blättern und Geschmeidigkeit
wehten und raschelten leicht im Wind. Am frühen Morgen, wenn alle Vögel
erwachen singen und pfeifen sie um die Wette. In solchen Momenten
könnten wir stundenlang im Garten sitzen, zuhören und zusehen. So blau
wie heute sahen wir den Himmel hier noch selten. Die Luftfeuchtigkeit
war verhältnismässig tief, um so stärker und heisser brannte die Sonne.
Mehr als 10 Minuten war es an der prallen Sonne nicht auszuhalten. Wir
versuchen die Wärme und die schönen Momente in unserm Körper und
Gedächtnis zu speichern, um an kältern Tagen in der Schweiz davon zehren
zu können.
Nach dem absenden unserer Mails im Internet Shop machten wir uns auf den
Weg zur letzten Baustelle.
Heute gehörten wir allerdings nicht zu den ersten. Das Fundament wurde
gestern noch fertig erstellt. Heute wird
Beton gemischt um den Boden zu giessen. Dies ist eine kaum
vorstellbare Hand- und Knochenarbeit. Zuerst wird Sand mit Zement
gemischt und danach auf ein Rechteck von 5m auf
1m verteilt. Als zweite Schicht kommen gröbere Steine dazu. Ein Arbeiter
giesst Wasser darüber, während zwei andere der Länge nach mit Schaufeln
das ganze in 5 Gängen mischen. In Schubkarren mit Löchern und ohne Gummi
an den Reifen oder von Hand in Eimern oder
halbrunden Becken wird der gemischte Beton auf das Fundament geleert
und mit Kellen und Holzlatten
gerade gestrichen. Eine andere Gruppe Männer lud über tausend
Backsteine, einen nach dem anderen von einem von einem kleinen
Lastwagen. Die Nachfrage für Backsteine ist im Moment so gross, das sie
von weit her geliefert werden müssen. Bis am Abend wird der Zementboden
fertig sein, dann können die Arbeiter am Morgen mit dem bauen der
Hauswände beginnen. Während die Männer am Haus arbeiten, sind die Frauen
einen grossen Teil des Tages am
Holzfeuer im Freien mit kochen beschäftigt.
Die Tisch- und Esskultur in Sri Lanka unterscheidet sich sehr von der
unsern. Gegessen wird dreimal täglich. Zum Frühstück gibt es bei den
meisten Leuten Brot, Linsencurry und Fischcurry. Zum Mittagessen zirka
um 14 Uhr essen sie Reis, Gemüsecurry, Linsencurry, Fischcurry usw. Je
nachdem wie viel Geld für die Nahrung zur Verfügung steht gibt es mehr
oder weniger verschiedene
Currys. Auch zum Nachtessen das zu später Stunde stattfindet gibt es
Reiss und diverse Currys.
Amita
die Besitzerin der Sunset Bar
bietet uns bei den Mahlzeiten immer wieder Reiss an sie kann nicht
verstehen das wir so wenig Reiss essen.
Aus der Tischkultur werden wir nicht ganz schlau. Wir haben noch keine
Familie gemeinsam am Tisch sitzen und essen sehen. Oft sieht man die
Menschen mit einem Teller in der Hand in der offenen Haustüre oder im
Freien
spazierend essen. Das Essen wird bei allen drei Mahlzeiten frisch
zubereitet, da ganz selten eine Familie im Besitze eines Kühlschrankes
ist. In der Sunset Bar gehen sie nach unserer Bestellung die
Frischsachen wie Gemüse und Obst zuerst im Nachbargeschäft einkaufen.
Ihr Kühlschrank ist zu klein, um nebst den Getränken auch noch Esswaren
aufzubewahren.
Priante besitzt in seiner Umgebung den einzigen Kühlschrank. Die Nachbarn
dürfen das dringend notwendige in seinem Kühlschrank zur Aufbewahrung
geben. Jede Familie schreibt die ihr zugeteilte Nummer auf die
Plastiktüte. So ist bei ihnen den ganzen Tag ein kommen und gehen.
Auf den drei ersten Baustellen gehen die Arbeiten langsam dem Ende zu. Bis
am Donnerstag sollten alle drei Baustellen fertig sein.
Bei Haus eins
und zwei werden die
Innenwände verputzt und die Toiletten müssen noch fertig erstellt
werden.
Das dritte besuchten wir heute nicht dort sollten die Arbeiten
eigentlich ausser der Toilette beendet sein. Morgen soll es eine kleine
Einweihungsfeier geben. Wann und in welchen Rahmen werden wir erst
morgen erfahren.
Die Arbeiten für den
Brunnenschacht der 8 Familien waren heute am frühen Nachmittag
bereits fast zu ende. Morgen wollen sie das alte schmutzige Wasser
auspumpen. Danach sollte ihr neuer Brunnen einsatzbereit sein.
Heute Abend gingen wir früher zum Nachtessen in die Sunset Bar als
üblich. Das Cafe steht direkt am Meer. Bei hohen Wellengängen kann es
vorkommen, das man im Cafe nasse Füsse bekommt. Beim Tsunami wurde das
Restaurant durch ein Fischerboot zum
Teil zerstört, das von den Wassermassen ans Gebäude geschleudert
wurde. Da die Gewalt der Welle durch das vorliegende Riff gebrochen
wurde, stieg das Wasser an dieser Stelle einfach ohne grosse Kraft um
einige Meter an. Die Gebäude aus festen Mauern wurden dabei nicht
beschädigt. Alles was nicht Niet und Nagelfest war, wurde aber
mitgerissen. Ihr Kühlschrank z.B. wurde etwa 100m im Landesinnern
gefunden. Durch den schnellen Wiederaufbau (innerhalb der ersten Woche
nach der Flut) besteht für sie das Gesetz nicht, dass nur noch 100m vom
Strand weg gebaut werden darf.
Vom Meer her bläst meistens ein kühler Wind. Mit den nur sechs Tischen
erleben wir hier eine herzliche Familien Atmosphäre. Das Restaurant und
die Küche werden sauber geführt, das Essen aussergewöhnlich gut und
günstig und die Wirtsleute sehr nett. Dies sind alles gute Gründe, um
immer wieder herzukommen.
Nach den schönen Wetter heute erhofften wir uns einen ebenso schönen
Sonnenuntergang. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Uns bot
sich ein kaum vorstellbares
Schauspiel. Wir können uns nicht erinnern, je einen so schönen
Sonnenuntergang
gesehen zu haben. Der Himmel verfärbte sich in verschiedenen orange-gelb
Tönen, die von einigen Wolken und blauen Himmelsabschnitten unterbrochen
wurden. Das Meer und der nasse Sand auf Strandseite
glänzten golden. Immer wenn wir dachten das Schauspiel sei nun
vorüber, wurden die Farben noch eine Spur schöner, kraftvoller und
intensiver. Der ganze Sonnenuntergang dauerte zirka ¾ Stunden. Mit dem
Untergang der Sonne um 19 Uhr breitete sich die Dunkelheit aus.
Sonntag 8. Mai 2005
Vor einigen Tagen erzählte uns Dayrathne, dass früher bei einer
Hauseinweihung zuerst ein Huhn in das Haus geschickt wird. Es besteht
die Sage, dass die bösen Geister über den ersten der das Haus betritt
herfallen.
Heute morgen um halb neun erschien Lalani und sagte, dass wir um 10 Uhr
beim Haus Nummer drei sein müssen da es eine kleine Einweihungsfeier
gebe. Uli kleidete sich mit dem
traditionellen Sarong. Bei unserer Ankunft wurde uns mitgeteilt,
dass wir als erste das Haus betreten dürfen. Spasseshalber wollten wir
dann wissen ob wir der Ersatz für das Huhn sind. Nach der Willkommens-
und Ehrbezeugung
der Familienangehörigen uns gegenüber erhielten wir einen
Blumenkranz
umgehängt. Die Einweihung wurde von einem
Mönch
zelebriert. Er hatte einen zirka 12 Jahre alten Jungen bei sich der für
eine gewisse Zeit bei den Mönchen lernt. Die gesungenen Gebete haben
eine über 2500 Jahre alte Tradition. Erst einmal wurden Gebete
gesprochen, anschliessend durfte Uli eine
Öllampe
und Räucherstäbchen anzünden. Dann erzählte der Mönch den am Boden
sitzenden Familienangehörigen und Verwandten wie gut und schön es sei,
dass es Menschen gibt die andern in einer schwierigen Situation helfen.
Anschliessend wurde ein weisser Faden der den Anfang in einem Wasserkrug
hatte vom Mönch haltend an uns und anschliessend an die
Familienangehörigen weiter gereicht. Durch das halten des Fadens mit den
Händen waren wir alle miteinander verbunden. Nach einem Gebet
durchtrennte der Mönch den Faden und
band uns, Dayrathne, Priante und den Familienangehörigen einen Teil
um das rechte Handgelenk. So sind wir auch in Zukunft miteinander
verbunden. Anschliessen erhielten alle eine Handvoll Wasser aus dem Krug
um sich damit das Gesicht zu waschen. Der Mönch und sein Gehilfe
verliessen die Zeremonie. Für die andern
gab es Kuchen, Bananen, Tee und Kokosnüsse. Um halb 12 Uhr war die
Feier vorbei.
Danach besuchten wir Haus Nummer eins. Hier waren die Maurer gerade
fleissig mit Sand sieben
zum verputzen der Wände beschäftigt. Es wurde uns danach mitgeteilt,
dass am Mittwoch die Einweihungsfeier abgehalten wird.
Im Haus Nummer vier waren die Maurer mit dem
Beginn
der Mauer beschäftigt. Am Abend war die Mauer schon ein gutes
Stück höher.
Da in Hikkaduwa jeden Sonntag Markttag ist nutzten wir die Gelegenheit,
uns dort ein bisschen umzusehen. Auf dem Markt sind beim Tsunami zirka
500 Menschen gestorben. Als wir heute Mittag das Gedränge auf dem
Marktplatz sahen ist es erstaunlich, dass nicht mehr Menschen das Leben
verloren haben. Aus der ganzen Umgebung kommen viele Händler und
Einzelpersonen um
Gemüse,
Früchte,
Stoff,
Geschirr, Spielsachen,
Gewürze, Fisch
und vieles mehr zu verkaufen. Die Verkäufer bieten ihre Ware dicht an
dicht gedrängt auf Tüchern und Plastikunterlagen am Boden zum Verkauf
an. Um sich vor der Sonne zu schützen werden
Plastikplanen
auf Holzstangen gespannt. Die sonst schon arge Hitze staut sich unter dem
Plastik noch viel mehr. Am frühen Nachmittag wird alles zusammengeräumt
um in einer Woche wieder angeboten zu werden.
Vor lauter zelebrieren und
Markt anschauen vergassen wir genügend Flüssigkeit zu uns zu nehmen. Die
Auswirkung darauf bekamen wir bald zu spüren. Müde, schlapp und
energielos holten wir Zuhause das versäumte nach und erholten uns für
eine Stunde unter dem kühlenden Ventilator.
Daminde holte uns um 16 Uhr mit seinem Tuktuk ab. Auch wenn er kein
Englisch versteht weiss er wohin wir wollen. Wir sprechen auf Englisch,
er auf Singhalesisch dazu jedoch alle drei mit Händen und Füssen und
immer mit einem Lachen im Gesicht.
Die Fahrt führt uns zuerst einmal zu Haus Nummer vier. Wir waren ganz
schön erstaunt wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind. Unter all den
Arbeitern auf den vier Baustellen sind 10 Mitarbeiter die seit bald 3
Wochen ohne Freitage arbeiten.
Gemeinsam mit Roschan dem neuen Hausbesitzer wollten wir die Überreste
seines vormaligen Hauses ansehen. Die Fahrt ging zirka 3 km der Küste
entlang. Auf der ganzen Strecke stehen im vormals dicht besiedeltem
Gebiet nur noch einzelne
ursprüngliche Häuser. Alle andern Wohnmöglichkeiten sind Zelte und
kleine Holzhäuschen. Viele Menschen haben diese Notunterkünfte verlassen
und weiter im Landesinnern oder irgendwo bei Verwandten Unterschlupf
gefunden. Auf dem Boden von
Roschans Eltern standen früher drei Häuser. Eines für die Eltern,
eines für Roschan und seine
Familie und eines für die Familie seines Bruders. Ausser Erdhaufen
und Fundamenten ist nichts übriggeblieben. Die Schwägerin von Tarusi ist
in der Flut gestorben. Im ehemaligen
Nachbarhaus
starb eine 5köpfige Familie. In der Gegend sind über 300 Menschen der Flut
zum Opfer gefallen. Wenn man von so vielen Schicksalen hört und sieht
werden die eigenen Sorgen ganz klein und nebensächlich.
Montag 9. Mai 2005
Heute Vormittag waren wir zum Einkaufen und einen Bankbesuch in
Hikkaduwa. Mindestens sooft wie mit dem Tuktuk waren wir auch zu Fuss
unterwegs. Wir kennen die Buschstrassen und Wege bald auswendig, wissen
wo sich Löcher
und Steinhaufen befinden und kennen bald sämtliche Kinder die, sobald
sie uns sehen aus den Häusern rennen und hallo Bonbon rufen. Die
Strassen und Wege sind in einem schlechtern Zustand als die Alpstrassen
in der Schweiz. An den Strassenrändern wurden vom Staat viele Stein und
Sandhaufen
abgeladen um die Strassen auszubessern. So wie sie abgeladen wurden
liegen sie schon seit drei Wochen. Der Staat schickt keine Arbeiter für
die Weiterverarbeitung. So langsam verschwinden Steine und Sand
stillschweigend und man sieht öfters ein Haus das renoviert wird.
Noch fast interessanter verhält es sich mit dem Abfall und
Kehrichtwesen. Seit unserer Ankunft in Hikkaduwa sahen wir genau einen
offiziellen Abfalleimer. Hier wird fast alles auf den Boden geschmissen.
Auf Privat- oder Allgemeinem- Boden macht kein Unterschied. Nicht selten
sieht man am Strassenrand grosse
Abfallhaufen. Zwischendurch werden sie angezündet und was verbrennt,
ist gut was nicht bleibt eben liegen. Ich habe zwei Arbeitern zugesehen,
die alte Reklameplakate an einer Mauer herunternahmen. Als sie mit der
Arbeit fertig waren, lag das ganze Papier auf der Strasse und die
Arbeiter zogen weiter. Irgend ein Windstoss wird das Papier sicher
weitertragen, dann ist es auch weggeräumt.
Zwei bis dreimal pro Woche fährt die offizielle Kehrichtabfuhr durch
Hikkaduwa. Mit lautem Gehupe des
Traktors
machen die drei Müllabfuhr Männer bemerkbar. Private Haushaltungen und
Geschäfte können den Abfall direkt mitgeben. Abfalltrennung kennt man
hier nicht. Der auf der Strasse verstreut liegende Abfall wird nicht
eingesammelt, sondern nur das was in
kleinen Haufen zusammengewischt wurde. Dies sind höchstens 5 % des
herumliegenden „Güsels“. Ist der Traktor voll, wird er irgendwo entleert bis sich die Bewohner der Umgebung
wegen der Unordnung und des Gestankes wehren. Dann suchen sich die
Müllmänner einen neuen Ort für die Entsorgung aus.
Auch die besuche auf der Bank sind für uns gewöhnungsbedürftig.
Geldgeschäfte werden entweder direkt von Hand zu Hand oder über die Bank
getätigt. Dies betrifft auch sämtliche Einzahlungen. Die Bank ist
meistens gerangelt voll
mit Menschen und für unser Verständnis herrscht ein riesen
Durcheinander. Es ist jedes Mal ein Hindernislauf von Schalter zu
Schalter bis man einen Check einlösen kann. Von Bankgeheimnis und
Privatsphäre kann da keine Rede sein. Die Leute stehen dicht an
dicht gedrängt am Schalter und wissen anschliessend mit wie viel
Geld man die Bank verlässt. Bei der tiefen Währung (ein CH Fr sind zirka
80 Rupien) sind das meistens ganze Bündel Geldnoten die wir in die Hand
gedrückt bekommen. In solchen Momenten wünschen wir uns jeweils es wären
nicht Rupien sonder Franken. Die Bankangestellten sitzen in
einer Reihe an Schreibtischen ohne Sicherheitsglas und haben Berge
von Papier vor sich. Ist es dann endlich soweit und man wird endlich
bedient sind immer wieder Kunden da die den Bankangestellten mit Fragen
unterbrechen oder wollen das die Reihe nun an ihnen ist. Mitten in der
Bearbeitung unserer heute morgen stürzte der Computer ab. Sie sagten uns
wir sollen später wieder kommen da die Reparatur einige Zeit in Anspruch
nehme. Da die Bank um drei Uhr schliesst waren wir um halb zwei wieder
da. Leider aber unser Sachbearbeiter nicht. Nach 20 Minuten warten
erschien er in der Bank, grüsste uns und verschwand wieder. Weshalb
sagte uns niemand. Wir gehen davon aus, dass seine Mittagspause noch
nicht vorbei war. Nach weitern 15 Minuten Wartezeit erbarmte sich eine
junge Bankangestellte unserer. Nur den bessern Wechselkurs vom Morgen
erhielten wir nicht. Die Bank ist das einzige Gebäude mit Air Condition.
Diese läuft auf Hochtouren. Kommt man von den heissen Temperaturen von
draussen in die Bank friert einem. Beim verlassen der Bank spürt man die
Hitze umso mehr.
Bei Haus Nummer eins hat Nandige der Hausbesitzer begonnen die
Aussenwände des Hauses weiss
zu streichen. Die Farbe mischt
er selber aus der Zusammensetzung mit Wasser, Korallenstaub, ein wenig
blauer Naturfarbe und Salz.
Anschliessend besichtigten wir noch den nun
fertiggestellten Brunnen. Das Schmutzwasser wurde zweimal ausgepumpt
jetzt ist das Wasser klar und
brauchbar. Im Brunner wurde auch das Datum des Tsunami und der
Erstellung des Brunnens eingeritzt.
Im Haus vier geht alles gut voran die Wände sind schon auf
halber Höhe. Mittwoch 11.
Mai 2005
Um 7 Uhr 45 holte Daminde uns zu Hause ab. Heute ist grosses Fest
angesagt, denn Haus eins und zwei werden eingeweiht.
In Priantes Haus holten wir eine grosse Schüssel mit verschiedenen
Tropischen Früchten. Daminde fuhr uns damit zum Tempel, Priante,
Dayrathne und Tilag der Bauführer folgten mit dem Motorrad. Im Tempel
trafen wir auf die beiden Hausbesitzer. Es ist immer eine sich
wiederholende Zeremonie im Tempel.
Öllampe auffüllen und anzünden, Rächerstäbchen verbrennen und etwas
Geld in eine Kasse legen. Neu war heute, dass ein
Schnellbeter für etwas Geld innert kürzester Zeit Gebete und Fürbitten
spricht. Die Singhalesen sprechen normalerweise schon schnell, bei ihm
verstanden die Einheimischen sicher auch nicht alles. Im Tempel durften
wir die Hausschlüssel an die neuen Besitzer überreichen. Die
mitgebrachten Früchte wurden zerteilt und schön
angerichtet. Eigentlich nahmen wir an, dass die Früchte nach der
Segnung für die Mönche im Tempel gelassen werden. Es wurde jedoch fast
alles wieder mitgenommen und zum Frühstück an die Anwesenden verteilt.
Zum erstenmal in diesen vier Wochen erhielten wir rote Bananen. Diese
gibt es hier selten zu kaufen. Sie sind im Geschmack noch besser als die
Gelben.
Anschliessend an den Tempelbesuch trafen wir uns bei Haus Nummer zwei.
Nachdem der junge Mönch eingetroffen war, begann die Einweihung des
Hauses. Die Zeremonie fand im kleinen Rahmen statt. Der Hausbesitzer mit
Familie, zwei Verwandte und einige Kinder waren nebst Dayrathne,
Priante, Tilag und uns anwesend. Das Haus war innen und aussen mit
farbigen Bändern und Luftballonen
geschmückt. Über die Haustüre war ein rotes Band gespannt das Uli um
genau 9 Uhr 26 durchschneiden durfte. Und wieder waren wir die ersten
die das neue Haus betreten
durften. Der Ablauf der Zeremonie fand etwa im gleichen Rahmen wie
letztes mal im Haus Nummer drei statt. Anschliessend gab es Kuchen und
Bananen.
Um 10 Uhr trafen sich Besitzer, Angehörige und Arbeiter bei Haus Nummer
eins. Die Arbeiter hatten heute seit Baubeginn ihren ersten Freitag. Sie
wurden zur Einweihung und dem anschliessenden Fest eingeladen. Die
Einweihung dieses Hauses wurde speziell gefeiert, da es von Grund auf in
15 Tagen gebaut wurde. Dazu waren auch die Presse und das Fernsehen
eingeladen. Organisiert wurde dieses Fest von Dayrathne und
Priante. Zu diesem Anlass wurde von einer Firma ein
schattenspendendes
Blechdach, Tische, Stühle,
Teller und Gläser gemietet. Dies wurde alles am Vorabend
aufgestellt. Die Aufgabe der Frauen war es, rund um das Haus
Ordnung zu schaffen. Störende Sträucher und kleinere Bäume wurden
gefällt, es wurde gejätet und gewischt. Uli war der einzige Mann der
sich der Frauen erbarmte und ihnen das
Baumschneiden abnahm.
Bei unserer Ankunft heute morgen überraschte uns ein
traditionell angezogener Mann mit seinem Trommelspiel. Auch diese
Haus war innen und aussen geschmückt worden. Tilag der Bauführer hängte
eine perfekt gewachsene und vom stiel abgedrehte (nicht abgeschnitten)
Wassermelone unter den Giebel oberhalb des Hauseinganges. Die Melone
soll alle bösen Gedanken und Worte missgünstiger Menschen im
Fruchtfleisch aufnehmen. Nach drei Monaten fällt die Wassermelone
selbstständig herunter und zerplatzt all die bösen Gedanken am Boden und
lässt sie versickern. Zum Eröffnungsstart bedankte sich die ganze
Familie auf traditionelle
Art und von Naodi erhielten wir einen
Blumenkranz umgehängt. Um 10 Uhr 17 trafen die Mönche ein. Spezielle
Holzstühle mit einem weissen Tuch ausgestattet wurden ihnen zu sitzen
angeboten. Auch hier gaben die Mönche den genauen Zeitpunkt zur
Eröffnung des Hauses vor. Pünktlich um 10 Uhr 30 durchschnitt Uli, unter
Trommelwirbel
das rote Band das vor die Türe gespannt war.
Nach der uns in der Zwischenzeit bekannten Eröffnungszeremonie der Mönche
kamen von der Singhalesischen Presse zwei Reporter vorbei. Nächste Woche
soll in der singhalesisch und englisch geschriebenen Zeitung ein Bericht
über die Unterstützung und die geleistete Arbeit berichtet werden. Etwas
später erschien noch ein Fernsehteam vom Singhalesischen Fernsehen. Die
Berichterstattungen sollen den Menschen hier etwas Hoffnung für eine
bessere Zukunft geben. Nach einem
Frühstück
aus Milchreis, Sambal und Süssigkeiten für alle setzten sich die Arbeiter
gemeinsam an einen Tisch. Mit Arrak haben wir mit ihnen angestossen und
allen für die gute Arbeit mit einem
Sarong
(einem traditionellen Männerrock) bedankt. Später sassen die Arbeiter im
Kreise spielten rhythmische Klänge auf der Trommel und sangen dazu. Um
zirka 14 Uhr gab es Mittagessen für alle, mit verschiedenen Currys,
Reiss und Süssigkeiten. Anschliessend verabschiedeten sich die Arbeiter
mit einem Händedruck bei uns und bedankten sich nochmals herzlich für
das Geschenk und das ganze Fest, da sie sonst für solche Feste nicht
eingeladen werden.
Während des ganzen Tages kamen
hilfesuchende Menschen mit ins Englisch übersetzten Bittschriften
und fragten um eine mögliche Unterstützung an. Alle Briefe enthalten
fast den gleichen Inhalt. Entweder wurde ihnen vom Tsunami alles
zerstört oder sonst ein Schicksalsschlag stürzte sie in grosse Armut.
Um 17 Uhr waren wir beim Besitzer des zweiten Hauses zu einem
Apero
eingeladen. Mitten im
Palmenwald
unterhielten wir uns bis die Dämmerung hereinbrach.
Donnerstag 12. Mai 2005
Der heutige Tag verlief wiederum einiges ruhiger als der gestrige.
Inzwischen haben wir nur noch eine Baustelle die wir besichtigen müssen.
Für dieses Haus wurden heute Fenster und Türen bestellt. Die Mauern sind
bis auf Tür und Fensterhöhe
aufgebaut.
Roschan der neue Hausbesitzer war ein paar Meter vom Haus entfernt
fleissig am graben für die
Sickergrube
der Toilette. Alles verläuft gut und die Arbeiter sind nach dem
gestrigen Freitag und dem Fest wieder schwer am arbeiten.
Danach waren wir im Haus
eins um 13 Uhr zum Mittagessen eingeladen. Eigentlich wollte Nandige
und seine Frau gestern Abend für uns und ihre Freunde ein Dankesessen
geben. Da sie aber keinen Strom Anschluss zum Haus haben, wurde die
Einladung auf heute Mittag verschoben.
Da wir zu früh waren hatten wir genügend Zeit den Frauen beim
kochen zuzusehen. Auf nur
zwei Kochstellen, gebaut aus Backsteinen und mit
Holzfeuerung
gelang es ihnen für zirka 20 Personen sieben
verschiedene Currys und Reis zu kochen. Die geladenen Freunde assen
im Freien gemeinsam an einem Tisch die Familienangehörigen irgendwo
stehend oder spazierend im Freien. Für Priante, Dayrathne, Lalani und
uns wurde im neuen Haus ein Tisch gedeckt. Um 13 Uhr war das Mittagessen
angesagt. Gegessen haben wir dann erst um 14 Uhr 30 weil die vielen
wichtigen und unwichtigen Gespräche bei einem Aperitif sich dahinzogen.
Dabei wollten wir gleich nach dem Mittagessen wenigstens einmal im Meer
schwimmen gehen.
Nandige und Raneka
bedankten sich zum x-ten mal für ihre schönes und solides Haus. Nun
freuten wir uns auf das schwimmen im Meer, da hatten wir aber die
Rechnung ohne unser Freunde gemacht. Zuerst gab es noch Tee und Bananen
in Priantes Haus. Um 16 Uhr war es dann endlich so weit, wir genossen
das erste baden im Meer. Kaum lagen wir im Sand um uns von der Sonne
trocknen zu lassen, liessen uns die Sandflöhe nicht zur Ruhe kommen.
Nach einer Stunde packten wir unsere Sachen und gingen nach Hause.
Dayrathne unsere grosse Hilfe in den letzten 4 Wochen hatte auch einen
grossen Schaden bei Tsunami zu beklagen. Sein
Tee
und CD (Musik und
Filme) Geschäft war bis zu dreivierten mit Wasser und Schmutz gefüllt.
Finanziell bedeutete das einen grossen Verlust für ihn. Wurden doch
einige hundert CDs, viele verschiedene Teesorten und alle Souvenirs
total zerstört. Da er vorher ein guter Kunde der CD Gesellschaft war,
erhielt er von dieser Firma einen Vorschuss Kredit. Diesen Kredit muss
er jedoch innerhalb eines halben Jahres zurückbezahlen. Da es bei den
wenigen Touristen zur Zeit unmöglich ist gute Geschäfte zu machen und
schon gar nicht einen Kredit zurück zu bezahlen, ging Dayrathne gerne
auf unsern Vorschlag ein. Wir boten ihm an, den nicht allzu hohen Kredit
zu übernehmen, wenn er für vier Wochen das Geschäft schliesst um für uns
und unsere Projekte zu arbeiten. Für uns war das eine gute Investition,
denn ohne ihn hätten wir sicher nicht so viel verwirklichen können.
Zum Schluss möchten wir uns mit den Familien von
Nandige,
Sarat Mumara Singa,
Danapala,
Roschan, der
Dorfgemeinschaft
mit dem Brunnenprojekt, dem
Altersheim, den
Schulkindern von Kallupe und
Dayrathne bei allen die uns und diese Projekte in irgendwelcher Form
unterstützt haben von ganzem Herzen recht herzlich danken.
Zum Schluss noch ein Fotos des
vierten Hauses das nach unserer Abreise fertiggestellt wurde.
Freitag 13. Mai 2005
Heute ist unser letzter Tag in Sri Lanka. Nochmals besuchten wir alle
unsere Projekte um Abschied zu nehmen. Abschied von den uns
liebgewordenen Menschen. Für sie wie auch für uns war dies ein trauriger
Moment. Konnten wir doch in den letzten Wochen für uns alle
unvergessliche Wege miteinander beschreiten. Alle baten uns, sie sobald
wie möglich wieder zu besuchen. Dieser Einsatz auch wenn er nur 4 Wochen
dauerte wird für uns immer in Erinnerung bleiben. Dank Eurer Hilfe
konnten wir vielen Menschen die schreckliches mitmachen mussten, einen
Weg in die Zukunft weisen und ihnen neuen Lebensmut geben.
Für uns steht fest, dass dies nicht unser letzter Hilfseinsatz in Sri
Lanka war. Wir werden unsere "Hilfe für Hikkaduwa" weiterführen, damit
wir auch den Menschen die wir vertrösten mussten Hilfe bringen können.
Für weitere Unterstützung möchten wir schon jetzt allen recht
herzlich danken.
Wir dürfen die Menschen in Sri Lanka nicht vergessen, denn viele von ihnen
leben immer noch in unsäglich erbärmlichen Verhältnissen. Vom Staat wird
den Leuten nicht geholfen. In den lokalen Zeitungen konnte man lesen,
dass sehr viel Tsunami Geld das direkt an den Staat geflossen ist, auf
unbekannten Wegen verschwunden ist. Der grösste Teil des Aufbaus wird
durch Touristen auf privater Basis geleistet, dies wird auch immer
wieder von allen Seiten betont. Immer wieder kommt es vor das Leute beim
vorbei gehen oder fahren uns zurufen:
„Herzlichen Dank das ihr unserm Land helft."
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